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Foix – Loudenvielle Le Louron

22.07.2007   

Die heutige Bergetappe über 196 km sind wir mit großem Respekt angegangen. Zurecht, wie sich hinterher herausstellte.

Insgesamt ging es 105 km Bergauf. Also wenig Zeit für Pausen, sondern die Beine wurden permanent beansprucht. Im Bewusstsein am Folgetag einen Ruhetag zu haben, wurde ein Berg nach dem anderen angepackt.

Vom Start an ging es direkt 27,5 km hinauf zum Col de Port. Auf dem Papier kein Problem. Es war nur sehr kalt und feucht, weshalb wir im Tal total durchgefroren ankamen. Also freuten wir uns auf den nächsten Anstieg, denn wir wussten, da wird es uns zumindest wieder warm werden.  Von Kilometer 68 bis Kilometer 114 ging es im Wesentlichen nur Bergauf. Über den Col de Portet DÁspet zum Col de Menté.

Die Abfahrt vom Col de Menté erfordert höchste Konzentration beim Anfahren und Bremsen in den Kurven. Es gab Gefälle mit bis zu 17%. An diesem Tag habe ich einen Satz Bremsklötze runter gefahren und den hinteren Reifen „kaputt-gebremst“. Auf der Abfahrt hielten wir an der Gedenkstätte für Fabio Casaterlli an, der 1992 an dieser Abfahrt tödlich stürzte.

Im Tal hatte wir unsere große Verpflegungsstation geplant, um uns nochmals für fast 30 km langen Anstieg auf den Port de Balès zu stärken. Sicher waren die ersten Kilometer nicht so steil, aber im Schlussanstieg waren fast 7 km mit über 10% Steigung enthalten. Das Problem was man hat, ist dass man nicht überdreht, denn es stand ja noch der Anstieg auf den Col de Peyresourde mit ca. 10 km bevor.

Unsere Taktik Berg für Berg anzupacken ging auf. Am letzten Anstieg, der vor allem von vielen Basken in Beschlag genommen wurde, waren die Anfeuerungsrufe und Fanfaren für uns so stark wie noch nie. Wir hatten Gänsehaut, es war ein tolles Gefühl und wir fuhren die letzten Kilometer wesentlich leichter, obwohl die Beine bereits schwer wie Blei waren.

Also auf, noch die letzten beiden Kilometer und dann noch die 11 Kilometer Abfahrt ins Ziel. Am Ziel waren wir müde, aber sehr zufrieden mit diesem Tag, da wir Paris ein Stück näher gekommen sind.

Unterwegs hatten wir Luke, den Engländer, eingesammelt und mit über die Berge genommen: “Well done my german friends,  I wouldn`t survived today without you”. Am Wohnmobil gab es ein gutes Essen. Natürlich Pasta, aber unser Team hatte noch Pizza für alle organisiert. Natürlich auch für Luke.  

Morgen am 23.07.2007 ist Ruhetag. Natürlich versuchen wir uns auszuruhen und nicht an die nächste Bergetappe zu denken. Aber vorher müssen die Autos und das Wohnmobil gepflegt werden, die Trikots gewaschen, die Räder gewartet werden, die Fahrer massiert, Vorräte eingekauft werden, Emails und Telefonate und und und ....   Aber alles erst nach einem schönen Frühstück !!!

Und dann, irgendwann dann, sprechen wir wieder über die letzte Bergetappe in den Pyrenaen. Erst dann. Hoffentlich laufen am Ruhetag die Uhren etwas langsamer...